60-Minuten Master: MTT Teil 1, Einführung

Nach Chris Moneymakers WSOP Main Event Gewinn im Jahre 2003, explodierte das Format der Multi-Table Turniere (MTTs) förmlich. Heutzutage gibt es immer noch wahnsinnig viele Broadcasts die Live MTTs im TV oder per Livestream im Internet übertragen. Es gibt Major MTT Serien, wie die European Poker Tour (EPT), die World Poker Tour (WPT) und natürlich die World Series Of Poker (WSOP) in Las Vegas, die jährlich tausende Pokerenthusiasten und noch mehr Zuschauer, ob am TV oder live vor Ort, magisch anziehen. Viele berühmte Persönlichkeiten der Pokerszene, von denen du sicherlich auch schon gehört hast, haben ihren Namen durch Millionengewinne in MTTs gemacht.  

WIE FUNKTIONIEREN MTTs

In Cash Games kommen und gehen die Spieler, in Pokerturnieren wird so lange gespielt, bis ein Gewinner feststeht. Die meisten großen Turniere haben synchronisierte Pausen, wo die Action zu einer bestimmten Zeit für eine Weile gestoppt wird, um den Spielern ein kurzes durchschnaufen zu ermöglichen. Manches große Event, wie zum Beispiel das WSOP Main Event, läuft über mehrere Tage und der Final Table (besser bekannt als die ´November Nine´) wird erst Monate später ausgespielt. Natürlich gibt es aber auch kleinere Events oder Online MTTs die nur ein paar Stunden dauern. Welche Strategie wann genutzt werden sollte, hängt von mehreren Faktoren, wie der Turnierstruktur, ab. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, in willkürlicher Reihenfolge aufgelistet. 

  • Gesamtzahl der Spieler
  • Starting Chips
  • Blinds & Ante Struktur
  • Buy-In & Auszahlungsstruktur
  • Rebuys und/oder Add-ons
  • Skill Level

TURNIERFORMATE

Es gibt verschiedene Variationen von MTTs und deshalb variieren auch die Strategien. Natürlich musst du nicht jedem Format ein Experte sein, dennoch solltest du zumindest die Regeln kennen und wissen, wie du deine Strategie anpasst, bevor du dich in das Turnier einkaufst. Als Nächstes möchte ich dir deshalb einen Überblick über die bekanntesten MTT Formate geben.

Freezeouts
Dies ist wohl das bekannteste Format sowie, Live, als auch bei Internet Poker Events. In Freezeouts starten alle Spieler mit derselben Anzahl von Chips (die sie sich mit der Anmeldung erkauft haben). Weil ständig Spieler aus dem Turnier fliegen und dadurch Plätze an den Tischen frei werden, werden die Spieler kontinuierlich an andere Tische umgesetzt. Dies passiert, um an allen Tischen eine gleichbleibende Anzahl an Spielern sitzen zu haben. Der Gewinner des Turniers ist derjenige, der am Ende alle Chips, die im Turnier in Umlauf gewesen sind, gesammelt hat.  Die Auszahlungsstruktur in Freezeouts ist so aufgebaut, dass eine bestimmte Anzahl von Spielern, je nachdem auf welchem Platz sie ausscheiden, ein Preisgeld gewinnt. Um das mit einem Beispiel bildlich darzustellen: In einem Turnier mit 100 Spielern, könnte also die Struktur so aussehen, dass nur die Top 10 ein Preisgeld kassieren. Je besser die Platzierung, desto höher das Preisgeld. 

Rebuys
In Rebuy Pokerturnieren können sich Spieler, die früh ihre Chips verloren haben, wieder einkaufen (Rebuy). Für einen festgelegten Zeitraum können sie sich also ihre Starting Chipstack erneut kaufen. Ein großer Vorteil also gegenüber Freezeouts, in denen man in so einem Fall ausgeschieden ist. Man muss aber nicht zwingend den ganzen Chipstack verlieren um sich Chips dazu kaufen zu können. Fällt der Chipstack eines Spielers unter einen gewissen Betrag, hat er die Möglichkeit, seinen Stack mit neuen Chips aufzustocken. Viele Spieler machen davon Gebrauch, da der Durchschnittsstack in der Regel höher ist, als der ursprüngliche Starting Stack. Die Rebuys führen also auch dazu, dass Rebuy Turniere einen größeren Preispool haben als Non-Rebuy Events.  

Shootouts
Dieses Format unterscheidet sich von regulären Poker Turnieren. In Shootouts werden Tische die aufgrund von Spielern die busten nicht neu zusammengestellt, wie das beispielsweise in Freezeouts der Fall ist. In diesem Format spielen die Spieler an jedem Tisch zunächst ihr eigenes Turnier. Derjenige der an einem Tisch als einziger überbleibt, schafft es in das nächste Level des Events. Wenn zum Beispiel ein Turnier mit 20 Tischen beginnt, erreichen die 20 Gewinner jedes einzelnen Tisches die nächste Runde, werden neu zusammengesetzt, spielen erneut einen Tischgewinner aus, bis am Ende ein Final Table feststeht. Der Final Table wird dann wie ein ganz normaler Freezeout Final Table ausgespielt. In der Regel dauern Shooutout Turniere nicht so lange, wie normale Turniere. 

Satellites
Vielen Internet Pokerspielern sind Satellites bekannt. Sie sind quasi Qualifikationsturniere in denen sich, abhängig von der Struktur, die Top Plätze für ein größeres Event, beispielsweise das Main Event, qualifizieren.  In anderen Satellites, kann man sich für weitere qualifizieren und so weiter.  Der Vorteil dieser Satellites ist, das man sich für kleines Geld, für Turniere mit teuren Buy Ins und großen Preispools qualifizieren und dadurch einen hohen ROI erzielen kann, ohne viel Geld ausgeben zu müssen. Ein sehr bekanntes dafür wie es im besten Fall läuft, ist der französische Online Spieler Adrien Allain (23), der 2009 das Main Event der Asian Pacific Tour (APT) über ein $5 Satellite auf PKR erreichen und dann gewinnen konnte. 

Heads-Up
Das Heads-Up Format ist eines der interessantesten und dynamischsten. In Heads-Up Turnieren spielen die Spieler 1:1. Beide Spieler müssen in jeder Hand Blinds bezahlen. Die Karten, die die Spieler erhalten sind in diesem Format mehr oder weniger irrelevant.  Dazu kommt, das viele Online Spieler – speziell auch die Newbies – wenig Erfahrung im Heads Up Game haben, weil sie nur dann Heads-Up spielen, wenn sie es schaffen, in einem Freezeout Turnier das finale Heads-Up zu erreichen. Weil dies nicht ganz so einfach ist, fehlt den meisten Spieler schlicht und einfach Heads-Up Erfahrung.  Unglücklicherweise, ist das Angebot an Live Heads-Up Turnieren sehr begrenzt. Online hingegen gibt es ein recht großes Angebot. HU SNG´s laufen auf fast allen Pokerseiten 7 Tage die Woche, für 24 Stunden.  

Bounties
Eines der neueren Formate auf Pokerseiten, womit versucht wird, neue Spieler anzulocken und um mehr Action zu kreieren. In Bounty Turnieren erhält jeder Spieler ein “Kopfgeld” für jeden Spieler, den er aus dem Turnier wirft. Insgesamt wird das Game durch diese Bounties actionreicher, weil die Leute aggressiver spielen und mit der Aussicht auf eine Bounty, looser All Ins callen. Selbst wenn man es nicht in das reguläre Preisgeld schafft, lässt sich allein durch die Bounties schon gutes Geld verdienen. 

UNTERSCHIEDE ZWISCHEN LIVE UND ONLINE MTTs

In Online MTTs sind mathematisch korrekte Entscheidungen in Form von korrekten Calls der wichtigste Faktor für den Erfolg. Durch das große Angebot an Games, die Online gespielt werden können, führt jeder Fehler zu einer Abweichung vom zu erwartenden Gewinnwert. Dies gilt selbstverständlich auch für Live Turniere, doch kommt dort ein weiterer Faktor hinzu: Die Fähigkeit, seine Gegner physisch zu lesen und damit herauszufinden, welche Range der Gegner spielt. Hand Equity Berechnungen müssen daher nicht ganz so genau sein wie in Online Turnieren.

Dies ist unabhängig vom Buy In. Wenn man zwei Turniere mit demselben Buy In, eines Live, das andere Online, von der Spielstärke vergleichen würde, wäre das Live Turnier jenes, mit den schlechteren Spielern. Das Niveau bei Live Turnieren ist generell schwächer. Dasselbe gilt auch für Cash Games.  Viele Spieler sind der Meinung, dass beispielsweise die $1/$3 Ring Games im Caesars Palace viel einfacher sind, als vergleichbare Games auf Pokerstars.

Fischigere Turniere bedeuten allerdings auch mehr Varianz. Deshalb sollte man in Live Turnieren in frühere Turnierphase tighter spielen und vermeiden, zu früh broke zu gehen. Das heißt, schwache Hände folden und nicht zwingend schwachen Draws hinterherjagen. Viele Spieler verfolgen bei Live Turnieren die Strategie, sich die Chips ihrer Gegner nach und nachzuholen. Im Online Poker sieht es hingegen etwas anders aus, wo viel aggressiver gespielt wird.

Ein guter Live Spieler unterscheidet sich deshalb von einem guten Online Spieler. Ein Live Spieler wird easy Top Pairs downcallen oder Traps bauen. Aufgrund des viel niedrigeren Niveaus in Live Games haben diese Moves erheblich mehr Value als Online. Du wirst Live viel öfter mit schlechterem gecalled als Online. 

Unabhängig davon welches Turnierformat dir am meisten liegt, ob du ein Online Grinder oder Live Spieler bist, das A und O ist Bankrollmanagement. Deshalb werden wir uns im nächsten Teil genau damit beschäftigen.

 

THEMEN MIT DENEN WIR UNS IN DIESER SERIE BESCHÄFTIGEN

  1. Einführung
  2. Bankroll Management
  3. Starthände
  4. Spielen in den Blinds
  5. Frühe Turnierphase
  6. Mittlere Turnierphase
  7. Die Bubble
  8. Späte Turnierphase
  9. Der Final Table
  10. Heads Up
  11. Fortgeschrittenen Konzept – Coming Up Next!
  12. Nächste Schritte
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